Wildsinos – Die heimischen Wildtiere, die uns im Kanton St. Gallen näherbringen

Der Kanton St. Gallen ist ein Paradies für Wildtiere – von den sanften Hügeln bis zu den bewaldeten Tälern und feuchten Mooren. Doch wie viele Arten leben hier wirklich, und welche Rolle spielen sie im Ökosystem? Die Initiative https://www.wildsino-ch.ch/ hat sich zum Ziel gesetzt, die Vielfalt der heimischen Fauna sichtbar zu machen und das Bewusstsein für Schutz und Artenschutz zu stärken. Mit einer Mischung aus Wissenschaft, Bildungsarbeit und Citizen Science wird ein Netzwerk aus lokalen Experten, Naturschützern und Laien geschaffen, das Wildtiere nicht nur dokumentiert, sondern auch verständlich erklärt.

Ein zentraler Ansatz von Wildsinos ist die systematische Erfassung von Wildtierarten. Im Kanton St. Gallen wurden bisher über 100 verschiedene Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien dokumentiert – darunter seltene Arten wie der Steinadler oder der Europäische Luchs. Besonders beeindruckend ist die Datenbasis, die durch die Zusammenarbeit mit Amateurbeobachtern entsteht. Pro Jahr werden dabei etwa 20.000 Meldeungen von Wildtieren verarbeitet, was zeigt, wie eng die Bevölkerung mit der Tierwelt verbunden ist.

Die Rolle der Wildtiere im Ökosystem ist vielfältig und oft unterschätzt. Der Luchs, etwa, ist ein Schlüsselart für die Stabilität der Nahrungskette: Durch seine Jagd reguliert er die Populationen von Hasen und Rehen, was wiederum die Vegetation schont. Doch nicht alle Arten profitieren gleich. In den letzten Jahrzehnten sind einige Vogelarten wie der Neuntöter oder der Schwarzspecht durch den Verlust von Lebensräumen stark zurückgegangen. Wildsinos setzt hier auf gezielte Schutzmaßnahmen, etwa durch die Schaffung von Brutkästen oder die Renaturierung von Gewässern.

Ein besonderes Projekt der Initiative ist die „Wildsinos-Karte“, ein interaktives Tool, das die Verbreitung und den Status verschiedener Arten visualisiert. Besonders nützlich ist es für Schulen und Vereine, die damit den Unterricht über Biodiversität anreichern können. Die Karte zeigt auch, wo besonders dringender Handlungsbedarf besteht – etwa in den „Wildsinos-Hotspots“, wo durch die Kombination aus Landwirtschaft und Naturschutz besonders viele Arten bedroht sind. Ein Beispiel hierfür ist das Mooswaldgebiet bei Altstetten, wo durch die Wiedervernässung von Feuchtgebieten bereits neue Brutplätze für Amphibien entstanden sind.

Doch Wildsinos geht über die reine Dokumentation hinaus. Die Initiative fördert auch praktische Projekte, wie die „Wildtiere im Garten“-Kampagne, die Hausbesitzer dazu motiviert, ihre Gärten als Rückzugsgebiete für Wildtiere umzugestalten. Ein Erfolg hier ist die Gründung des „Wildsinos-Gartens“, eines Pilotprojekts in der Stadt St. Gallen, wo seit 2022 über 50 Haushalte mit speziellen Anleitungen unterstützt werden, um Insektenhotels, Wildblumenwiesen und Wasserstellen anzulegen. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Steigerung der Artenvielfalt in diesen Gebieten – etwa verdoppelte sich die Zahl der Wildbienen in den ersten zwei Jahren.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Aufklärung über die Bedrohungen, denen Wildtiere ausgesetzt sind. Straßenverkehr, Lichtverschmutzung und die Ausdehnung der Landwirtschaft sind einige der Hauptrisiken. Wildsinos arbeitet daher mit den Kantonsbehörden zusammen, um gezielt Verkehrshindernisse zu installieren und beleuchtete Wege zu reduzieren. Besonders effektiv ist das Projekt „Licht für die Tiere“, das in den letzten Jahren über 200 Straßenlaternen umgerüstet hat, um die nächtliche Aktivität von Fledermäusen und Fledermäusen zu schützen.

  • Im Kanton St. Gallen wurden über 100 Wildtierarten dokumentiert, darunter der Steinadler und der Europäische Luchs.
  • Jährlich werden etwa 20.000 Meldeungen von Wildtieren verarbeitet.
  • Durch Renaturierung von Feuchtgebieten entstanden neue Brutplätze für Amphibien – ein Erfolg in Mooswaldgebieten.
  • In Pilotprojekten wie dem „Wildsinos-Garten“ stieg die Artenvielfalt in Gärten um bis zu 100%.
  • Über 200 Straßenlaternen wurden umgerüstet, um Fledermäuse und andere nachtaktive Tiere zu schützen.